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Neues von der Marine
Zehn Minenwimpel zieren seit letzter Woche den Mast des Minenjagdbootes „Homburg“. Während der zweiwöchigen Historic Ordnance Disposal Operation (HOD OPS) in Lettland spürte das Boot zehn russische Ankertauminen aus dem Zweiten Weltkrieg auf und sprengte diese. Damit leistete die Besatzung einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit des Seeverkehrs im Baltikum.

Während der beiden Weltkriege wurden in den Gewässern der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen über 80.000 Minen gelegt. Ein Großteil befindet sich bis heute auf dem Meeresgrund und stellt noch immer eine Gefahr für den Seeverkehr dar.
Die Zündmechanismen sind zwar meist nicht mehr intakt, aber die Zerstörungskraft der Explosivstoffe ist auch nach fast 70 Jahren unverändert groß. Aus diesem Grund engagiert sich die Deutsche Marine seit Mitte der neunziger Jahre regelmäßig im Rahmen internationaler Operationen bei der Räumung der Minen. Diese Operationen bedeuten natürlich auch eine wichtige und seltene Gelegenheit, echte Minenjagd zu üben.
Mühsame Minenjagd
Das Minenjagdboot „Homburg“ nahm als Mitglied des ständigen Minenabwehrverbandes der NATO, der Standing Nato Mine Countermeasures Group 1 (SNMCMG 1), an HOD OPS in Lettland teil. Zwei Wochen hatte das Boot Zeit, den Meeresboden in der Irbenstraße mit seinem Sonar abzusuchen und jeden verdächtigen Unterwasserkontakt mit Tauchern oder seiner Unterwasserdrohne, dem Seefuchs, in Augenschein zu nehmen.

Dabei wurde die Ausdauer der Besatzung auf eine harte Probe gestellt.
Denn um zehn Minen zu finden, mussten mehr als 200 Objekte, darunter
Steine, Anker, Fahrräder und Biertische untersucht werden. Wann immer
die hochauflösende Kamera des Seefuchses sich einem Objekt näherte,
herrschte Spannung vor den Bildschirmen in der Operationszentrale: Ist
das hier ein Stein oder etwa doch eine Mine? Bei all dem Muschelbewuchs
und der schlechten Unterwassersicht war das oft gar nicht so leicht zu
sagen.
Wettbewerb im eigenen Team
Wann
immer es sich wirklich um eine Mine handelte, brandete Jubel in der
Besatzung aus. Man war längst in einen inoffiziellen Wettstreit mit den
anderen Booten des Verbandes getreten und verglich eifrig die einzelnen
Statistiken. Das belgische Minenjagdboot „Primula“ kristallisierte sich
dabei als härtester Konkurrent heraus.
Auf der Brücke
lauschte man stets aufmerksam dem Seefunk. Sobald ein anderes Boot den
Seeverkehr vor einer kontrollierten Unterwassersprengung warnte, wusste
man: Die anderen punkten wieder! Der Wettbewerb endete in einem
verdienten Unentschieden, „Homburg“ und „Primula“ sprengten beide je
zehn Minen und trugen gemeinsam zu einer sehr erfolgreichen Operation
bei: Insgesamt wurden 32 Minen vernichtet.
Ausblick auf die nächsten Wochen
Die „Homburg“
wird ab dem 14. Mai gemeinsam mit der SNMCMG 1 an „Open Spirit“ in
Estland, einer weiteren Minenjagdoperation im Baltikum, teilnehmen. Sie
wird dort sowohl Gelegenheit haben, einen weiteren Beitrag zur
Beseitigung historischer Explosivstoffe zu leisten als auch ihren
inoffiziellen Wettbewerb mit den anderen Einheiten fortzusetzen. Die
nächsten Häfen sind Tallinn (Estland) und Gdynia (Polen).
Das Minenjagdboot „Homburg“ wird pünktlich zur Kieler Woche am 16. Juni zurück im Heimathafen Kiel erwartet.
Quelle: DMB

